Grafik-Stil Maximalismus #10


Jede Woche kletzel ich für meine Beiträge die Plakate verschiedener Grafik Designer oder eines Design-Stils auseinander und adaptiere sie für einen eigenen Entwurf. Das geht oft leicht, manchmal schwerer. Dann kreist das ‚Warum eigentlich?‘ etwas länger im Raum.

Seinen eigenen Stil kennt man, kann ihn verlässlich einsetzen, anwenden und adaptieren. Gut so! Doch die Spannung, die Neugierde wächst mit dem Blick über den Tellerrand.

Heute ist mein Tellerrand eher eine Schüssel. Maximalismus als Grafik Stil. Haben wir uns etwas zu sagen? Oder ist mir viel mehr von allem einfach zu viel?


Vorweg, Maximalismus ist kein formal streng abgetrennter Design-Stil. Vielmehr ist er eine Antwort auf minimalistische Designs, reduzierte Farben und streng hierarchisch geordnete Layouts.

Im Maximalismus wird in Farben, Mustern, Ornamenten, experimenteller Typografie, Texturen geschwelgt. Doch auch in diesem Überfluss, in diesem überbordenden Stil lassen sich Regeln erkennen.


Das ist der grobe Stil-Rahmen. Nun gilt es die Theorie für den eigenen Entwurf zu adaptieren und praktisch umzusetzen. Was korrespondiert mit meinem Stil? Was ist zu weit entfernt?

Kleine Randbemerkung: Mein Maximalismus-Plakat hat mehrere Anläufe gebraucht. Hier also meine Sicht auf diesen Trend:

  • Typografie
    Schrift wird oft als illustratives Element behandelt, ausdrucksstark und unkonventionell angeordnet.

    Der Stil mischt frei und konventionell viel und aus jeglichen Schriftarten und Schriftschnitten. Mich hindert hier jedoch der Respekt vor der einzelnen Schrift in dieser Fülle mitzugehen.

  • Farben
    Lebendige, satte Farbtöne, gern auch Neonakzente werden zu Paletten kombiniert, die Selbstbewusstsein ausstrahlen und Aufmerksamkeit einfordern.

    Gedämpfte Töne als Ausgleich finden sich kaum. In meiner Arbeit erweitern sie aber wesentlich mein Gestaltungsspektrum.

  • Layout & Komposition
    Ganz ohne Linie, Raster lässt sich auch der Maximalismus nicht gestalten.

    Doch die Kompositionen sind dicht, überlagern sich und erzeugen so Widerstand beim schnellen Erfassen. Das Auge des Betrachters soll umherwandern und sich in Details verlieren.
    Der Verzicht auf einen klaren Fokus, auf Weißraum – das war für mich das Spannendste, das Herausforderndste.

Wer Lust hat weiter einzutauchen, findet Inspiration u.a. bei Paula Scher, Kehinde Wiley, Camille Walala, Hassan Hajjaj, Leta Sobierajski & Wade Jeffree, Gustav Klimt.


Jetzt bist du dran: Wie viel mehr ist für dich noch nicht zu viel? Wo liegt für dich der Reiz dieses Stils? Und wofür würdest du diesen Stil sofort einsetzen?


Ich freue mich auf deine Kommentare und darauf, weiter gemeinsam Wände zu entdecken.

Herzlich, Silja

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