mehr Aenne sein #9


Heute inspirieren hier weniger die Plakate, mehr die Gestalterin. Bei meinen Plakatstreifzügen habe ich Aenne Koken (1885–1919) entdeckt.

Als Erstes fiel mir ein Detail auf: Auf ihren Plakaten steht immer ihr vollständiger Name. Kein Pseudonym, kein Versteckspiel, keine Nur-Am-Rand-Initialen. Einfach: Aenne Koken. Punkt.


Das weckte meine Neugier. Und ich lernte, dass Aenne oder Änne Koken eine deutsche Malerin, Gebrauchsgrafikerin und Universalkünstlerin, in Hannover geboren, bereits mit 25 Jahren ihr eigenes Atelier gründete. Neben Plakaten entwarf sie Glasfenster, Kleidung, Hüte, Textilkunst, Buchschmuck und Gebrauchsgrafiken.

Besonders bekannt wurde sie durch ihre Arbeiten für Unternehmen wie Bahlsen, Günther Wagner und Appel Feinkost – der Hummer als Markenzeichen ist ihre Arbeit.
Ihre Werke wurden in renommierten Zeitschriften wie „Neue Frauenkleidung und Frauenkultur“ und „Das Plakat“ veröffentlicht. Außerdem war sie, als eine der ersten Frauen, Mitglied des Deutschen Werkbundes.

Über welche Entdeckung ich mich besonders freue:

Ihr Name als Statement
Jedes Plakat, jede Arbeit trug ihren vollen Namen – nicht als Eitelkeit, sondern als Selbstverständlichkeit. Eine klare Haltung: Ich stehe zu dem, was ich tue.

Vielfalt als Prinzip
Sie arbeitete als Grafikerin, Illustratorin, Typografin und gestaltete Textilien. In einer Zeit, in der Spezialisierung oft als Erfolgsrezept gilt, zeigt ihr Werk: Kreativität lässt sich nicht in eine Schublade stecken. Man kann sich einfach erlauben, vielfältig zu sein.

Mut zur Eigenständigkeit
Mit 25 Jahren gründete sie ihr eigenes Atelier. Kein Warten auf die perfekte Gelegenheit, kein Zögern. Sie schuf sich den notwendigen Raum, um frei zu arbeiten.

Pionierin in einer Männerdomäne
Als eine der ersten weiblichen Gebrauchsgrafikerinnen Deutschlands bewies Aenne Koken, dass Kreativität kein Geschlecht kennt. Ich liege sicher nicht falsch, wenn ich annehme, dass sie Gegenwind aushalten musste. Danke dafür, Aenne.

Kunst als Alltagsbegleiter
Ihre Entwürfe waren für den Alltag gedacht: Plakate, Verpackungen, Textilien. Sie verstand Design als etwas, das Schönheit und Kultur in den Alltag trägt.


Lass uns mal ein bisschen mehr Änne sein

Aenne Koken war keine Lautsprecherin, keine Selbstvermarkterin im modernen Sinne. Aber sie war eine Macherin. Eine Frau, die ihren Weg ging – mit ihrem Namen, mit Vielfalt, mit Mut.

Und jetzt du: Verstehst, warum ich mich über die Entdeckung so freue? Kannst du auch Inspiration daraus ziehen? Lass mir gern einen Kommentar da.


Und, lass uns gern weiter gemeinsam Wände entdecken :o)

Herzlich, Silja

Kreativität ist kein Beruf, sondern eine Haltung.

inspiriert von Aenne Koken
(dt. Grafikerin, Typografin und Künstlerin)

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