Wenn Diagramme und Kunst sich vereinen
Ich mag Plakate. Doch es gibt eine Steigerung: Ich liebe Data Art Plakate. Plakate, die mich auf der analytischen, logischen und emotionalen Ebene abholen. Im Poster Design sind Datenvisualisierungen seit den 2010er Jahren als eigener Stil präsent.

Data Art baut Brücken zwischen visueller Intuition und rationaler Zahlenwelt. Für den einzelnen Betrachter funktionieren diese Brücken fast unbemerkt.
Nehmen wir das Beitragsbild als Beispiel: Die einen sehen zuerst die Blumen und wissen aus dem Bauch heraus etwas über die Zahlen, bevor sie die Fakten lesen. Die anderen sehen zuerst das Diagramm, die Struktur und nehmen die visuelle Blumenmetapher als zweitrangig war. Das Beste daran: Beide sind ohne innere Hürde direkt im Thema angekommen.
Doch bevor der Mix aus Daten und Kunst Verbindungen schaffen kann, müssen die Brücken gebaut werden. Data Art ist in Konzeption und Umsetzung aufwändig.
Welche Daten sind relevant? Wie werden sie strukturiert und für die Visualisierung aufbereitet? Welche Diagramme, Farben oder Formen transportieren die Botschaft am klarsten? Gibt es Metaphern, die das Thema unterstützen können oder dagegen arbeiten? Welche Tools eignen sich für das Zusammenspiel von Daten und Grafik am besten? Wie vermeidet man Überladung und hält die Balance zwischen Informationsdichte und Klarheit?
Es gilt, die passende Balance zwischen kreativen, logischen und technischen Fragen zu finden. Dabei ist es oft ein Verhandeln im Grenzbereich der einzelnen Genres – wo mache ich Zugeständnisse in der wissenschaftlichen Präzision, wo verzichte ich auf künstlerische Metaphern…
Diese fünf Gründe rechtfertigen für mich diesen Aufwand:
- Data Art Poster sind echte Dialogstarter
Der Mix von Daten und Kunst in einer Darstellung bringt Menschen miteinander ins Gespräch. Plötzlich tauschen sich rational-denkende und sensualistische Menschen ohne große Einstiegshürden unbefangen und leicht über ein Thema aus. - Vielfalt der notwendigen Skills
Data Art fordert kreative, logische und technische Fähigkeiten gleichermaßen. Selten entstehen gute Informationsgrafiken aus einer Hand. Es braucht das Zusammenspiel verschiedener Fachrichtung. - Sie überraschen und können dadurch etwas bewegen
Keiner erwartet Diagramme oder Daten auf einem Plakat. Der Bruch mit der Erwartungshaltung macht neugierig. - Sie sind anspruchsvoll
In 2D gibt es keine Ablenkung, keine Special Effects – nur Daten und Story. Das zwingt zur Klarheit. - Emotion und Wissen
Die Kombination aus Gefühl und Wissenszuwachs ist nachhaltig. Plakate, die Menschen emotional ansprechen und ihnen belastbare Informationen geben, bleiben länger im Gedächtnis.
Data Art Plakate beweisen, dass Logik und Emotionen keine Gegensätze sein müssen, sondern sich bestens ergänzen. Und für diese verbindende Brücke zwischen den Welten sitze ich gern auch länger am Schreibtisch und geh die Extrameile.
Lass uns gemeinsam Wände entdecken :o)
Herzlich, Silja
Data Art Plakate feiern Beides, Logik und Emotion.
Silja Wolff
(dt. Grafikdesignerin)
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