Aus diesen 6 Gründen fasziniert mich Plakat Design

Heute mal persönlicher: In meiner Erinnerung gehören Plakate schon ewig zu meinem Leben.
Im Außen waren es früher Propaganda-Plakate, dann riesige Werbebögen und dazwischen die, die mir wichtig waren. Von Letzteren habe ich im Laufe der Zeit einige ausgewählt und in meine vier Wände gelassen. Erst nur gepinnt und auf Durchreise, inzwischen feiner gerahmt und länger hier.
Doch was fasziniert mich so an Plakaten, dass ich jetzt sogar einen Blog darüber schreibe?
- Plakate sind unausweichlich, aber nicht aufdringlich.
Sie nutzen Straßen, Hauswände und Schwarze Bretter als Bühne. Plakate besetzen den öffentlichen Raum und fordern unsere Aufmerksamkeit ein. Doch gleichzeitig überlassen sie dir die Entscheidung, ob du sie beachten oder übersehen willst.
- Sie sind die demokratischste Kunstform.
Plakate hängen einfach da, brauchen keinen Aufwand und beziehen alle in ihre visuelle Kommunikation ein.
Für Grafiker sind sie oft die erste Form künstlerischen Ausdrucks – leistbar, unzensiert, direkt, nicht glattgebügelt.
- Plakate sind Zeitkapseln.
Sie zeigen, was einer Gesellschaft in einem bestimmten Moment wichtig war – ihre Ängste, Sehnsüchte und Überzeugungen. Da sie aus allen Ecken der Gesellschaft stammen, geben sie uns ein vielschichtigeres Bild der Vergangenheit als die offiziellen Geschichten. - Sie sind Werkzeuge der Macht und des Widerstands.
Plakate sind nicht neutral. Ob in Diktaturen oder Demokratien – sie waren und sind immer Werkzeuge der Macht: Sie prägen Meinungen, organisieren Widerstand oder stützen Herrschaft. Sie schaffen Identität, sie motivieren oder verführen. Sie fordern dich auf, Stellung zu beziehen.
- Plakate sind Spielwiesen, Labore der Kreativität.
Begrenzte Farben, günstiges Papier, mittelprächtige Druckqualität führen oft zu innovativen Lösungen. Designer müssen, dürfen kreativ werden, um trotz dieser Limitierungen maximale Wirkung zu erzielen. Auch hierfür ein großes Herz!
- Plakatdesign ist zeitlos, uralt und richtig jung.
Die ersten Plakate gab es im 16. Jahrhundert, Vorläufer noch viel früher. Und jetzt? Eine wachsende Zahl an unterschiedlichsten Poster Festivals zeigt: Das Medium ist lebendiger denn je. Für mich ein Beweis, dass Plakate trotz Digitalisierung nichts von ihrer Faszination verloren haben.
Tipp: Wann immer du die Chance hast, ein Poster Festival zu besuchen – tue es.
Für mich sind Plakate Geschichtsbücher, Werbepsychologie, Kunst und Propaganda in einem. Und sie sind persönliche Begleiter: Ein Wiener Opernball-Plakat der Künstlerin Zoe Byland von 2012 ist für mich bis heute eine schöne Verbindung von Kunst, Kultur und persönlichem Wendepunkt.
Und, jeder kann Plakate gestalten. Du brauchst nur eine Idee, ein Stück Papier und den Mut, sie an die Wand zu hängen – oder sie mitzunehmen und zu einem Teil des eigenen Lebens zu machen.
Lass uns gemeinsam Wände entdecken :o)
Herzlich, Silja
Plakate sind meisterhaft darin, unseren Fokus zu dirigieren.
Silja Wolff
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